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[9.11.2011] Mit dem ETG-Literaturpreis 2011 wurde Dr. Herbert Grabner, Mitarbeiter der Area Mechatronic Design of Machines and Components am ACCM und am Linz Center of Mechatronics, gestern für seine Arbeit „Nonlinear Feedback Control of a Bearingless Brushless DC Motor“ ausgezeichnet.
Das Paper behandelt die Regelung eines aus fünf Zahnspulen aufgebauten, lagerlosen PM-Synchronmotors. Die Spulen sind am Sternpunkt verschaltet und werden jeweils individuell von einer PWM-Spannung angesteuert, so dass vier unabhängige Ströme zur Drehmoment- und Radialkraftbildung (Magnetlagerung) zur Verfügung stehen. Die axiale Stabilität und die Stabilität gegenüber Kippbewegungen wird aus Reluktanzkräften gewonnen (scheibenförmige Rotorgeometrie) und nicht geregelt.
Im Paper werden die regelungstechnischen Grundlagen dieser Konfiguration allgemeingültig abgeleitet und das nichtlineare DGL-System in ein lineares System transformiert. Auf diese Weise vereinfacht sich die Regelung bei gleichzeitig verbesserter Genauigkeit und reduzierten Strömen. Auch die praktisch wichtige Erhöhung der effektiven Spulenspannung durch Injektion höherer Harmonischen wird berücksichtigt.
Anschließend werden die theoretischen Ergebnisse an einem konkreten Antriebssystem (Motor und Controller) umgesetzt und verifiziert.
Die Arbeit Grabners wurde im Entscheid der Jury als „grundlegend auf diesem interessanten Anwendungsgebiet und inhaltlich umfassend“ bezeichnet, besonders positiv hervorgehoben wurde, dass Grabner die theoretischen Ableitungen auch in praktischen Versuchen nachgewiesen hat. Das neue Regelverfahren habe ein hohes Potenzial, industriell eingesetzt zu werden und die Performance von lagerlosen Antrieben zu verbessern.
Dr. Herbert Grabner, geboren 1977 in Braunau am Inn, absolvierte das Studium der Mechatronik und das Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). Weiters schloss Herbert Grabner das Master Programm MSc Management for Engineers an der Austrian Business School LIMAK ab.
Der Schwerpunkt von Grabners Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten liegt im Bereich elektrischer Kleinantriebe, Leistungselektronik und Magnetlagertechnik für Kunden aus unterschiedlichen Branchen.
Die Forschungsschwerpunkte von Herbert Grabner beinhalten aktive und passive Magnetlager, lagerlose (magnetisch gelagerte) Motoren sowie die Ansteuerung von elektrischen Maschinen und Aktuatoren. Aus seinen Arbeiten gingen bereits zahlreiche internationale Veröffentlichungen und Patentanmeldungen hervor.
Die ETG ist die Energietechnische Gesellschaft im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., VDE.
Mit dem VDE/ETG-Literaturpreis werden jährlich hervorragende Veröffentlichungen auf dem Gebiet der elektrischen Energietechnik ausgezeichnet. Der mit einer Geldprämie von 3.000 Euro verbundene Preis ist eine Anerkennung für eine besondere wissenschaftliche und publizistische Leistung.