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[20.9.2012] „Industry Meets Science“ – so hätte das Motto der Mechatronics2012, der wichtigsten internationalen Mechatronik-Konferenz, die gestern an der JKU zu Ende gegangen ist, auch lauten können. Denn noch nie ist es gelungen, so viele TeilnehmerInnen aus der Industrie für eine wissenschaftliche Konferenz in diesem Bereich zu gewinnen, und damit einen höchst fruchtbaren Austausch zustande zu bringen.
Die Mechatronik-Institute an der JKU, die eng mit dem ACCM verflochten sind, zeichnen sich dadurch aus, dass sie jeweils in ihren Teildisziplinen exzellente Forschungs- und Lehrtätigkeit betreiben, und gleichzeitig jeder einzelnen Disziplin eine mechatronische Ausrichtung geben, wodurch viele Kooperationen über enge Fachgrenzen hinweg und interdisziplinäre Forschung möglich werden.
Ein gutes Beispiel dafür bietet Univ.Prof. Dr. Martin Schagerl vom Institut für Konstruktiven Leichtbau der JKU, der bei der Mechatronics2012 mit dem Mini-Symposium „Structural Health Monitoring“ vertreten war: Eigentlich ein „klassischer Statiker“, bevor er an die JKU kam, richtet Schagerl seine Forschung hier nun gemeinsam mit Kollegen aus anderen Mechatronik-Instituten mehr in Richtung einer „smart technology“ aus. „Es wäre schade, diese Möglichkeit, die sich nur hier in Linz bietet, nicht zu nützen“, meinte er bei der Konferenz. „Nirgends sonst kann man auf du und du mit anderen Teildisziplinen wie etwa der Sensorik so unkompliziert zusammenarbeiten!“. Ergebnis dessen ist das Forschungsprojekt „Structural Health Control“:
Im Leichtbau gilt eine Konstruktion als „gesund“, wenn sie keine Schäden – wie zum Beispiel Risse auf Grund von Materialermüdung oder Dellen – aufweist. „Structural Health Monitoring“-Systeme überwachen nun durch Netzwerke aus Messaufnahmen die Struktur hinsichtlich des Auftretens solcher Schäden. Die Überwachung geschieht online und im laufenden Betrieb und ist bereits vielfach im Einsatz, etwa bei den Eurofightern oder der Golden Gate Bridge. Diese Systeme sind meist aber darauf beschränkt, den Schaden an sich festzustellen, zu lokalisieren und zu quantifizieren. Welche Auswirkungen der Schaden auf die Tragfähigkeit und damit auf die Sicherheit der gesamten Struktur hat, kann damit aber nicht festgelegt werden. Hier setzt das Institut für Konstruktiven Leichtbau der JKU gemeinsam mit dem ACCM in seiner Forschungsarbeit an: unter dem Begriff „Structural Health Control“ werden Systeme und Methoden entwickelt, die auch die Bewertung des Zustands von geschädigten Strukturen und somit die Auswirkung des Schadens erlauben. So lässt sich zum Beispiel eine klare Aussage darüber treffen, ob eine geschädigte Struktur noch Restfestigkeit besitzt und nur eine weitere Beobachtung notwendig ist, oder ob sofort repariert werden muss. Damit ist eine zustandsorientierte Wartung sicher gestellt, die Betriebspausen durch Regelinspektionen fallen weg und die Struktur kann technisch noch mehr an ihre Grenzen geführt werden.
Schagerl konnte die Forschungsarbeiten bei der Konferenz unter anderem auch Teilnehmern von Airbus nahebringen und in einem Workshop weitere Impulse für die Forschung gewinnen.
Mit 275 TeilnehmerInnen aus 28 Ländern war die Mechatronics2012, The 13th Mechatronics Forum International Conference, doppelt so gut besucht wie die letzten Konferenzen dieser Serie, was vor allem auch darauf zurückzuführen ist dass es gelungen ist, viele TeilnehmerInnen aus Industrie und Wirtschaft anzuziehen. – Ein Ergebnis der Bekanntheit der Linzer Mechatronik, ihrer ausgezeichneten Netzwerke und ihrer engen Zusammenarbeit mit der Industrie.
„Es gab sehr lebhafte Diskussionen in den einzelnen Sitzungen und auch in den Pausen der Konferenz. Die internationalen Beziehungen zwischen Industrie und Wissenschaft sind dadurch gestärkt und der Wissenstransfer intensiviert worden“, sagt o.Univ.Prof. Dr. Rudolf Scheidl, Vorsitzender der Mechatronics2012, stellvertretender Koordinator der ACCM-area Mechatronic Design of Machines and Components und Vorstand des Instituts für Maschinenlehre und Hydraulische Antriebstechnik der JKU.
Viele TeilnehmerInnen bezeichneten die Mechatronics2012 als eine der besten Mechatronik-Konferenzen, manche – wie zum Beispiel Prof. David Russel von der Penn State University - als die beste Mechatronik-Konferenz, die sie je besucht haben.